Erstgespräch anfragen

Kostenlos, 30 Minuten. Schreib uns kurz, wer du bist. Wir melden uns bei dir und suchen einen Termin.

Wir nutzen deine Angaben nur, um dich zu kontaktieren. Mehr: Datenschutz
Denk Digital Kostenloses Erstgespräch anfragen→

KI-Kompetenz nach Art. 4 KI-Verordnung: Was Firmen seit dem Digital Omnibus tun müssen

Stand: · Maurice Denk

Du hast gehört, es gebe eine „Schulungspflicht“ für KI, und deine Mitarbeiter nutzen KI-Werkzeuge längst im Alltag. Die Pflicht zur KI-Kompetenz gibt es weiter, seit Juli 2026 ist sie aber anders gefasst. Hier steht, was sie heute verlangt und welche vier Schritte für dich sinnvoll sind.

Ein Handy in der Hand mit einem KI-Chat

Was Art. 4 regelt

Art. 4 der KI-Verordnung (Verordnung (EU) 2024/1689) gilt seit dem 2. Februar 2025. Er richtet sich an Anbieter und Betreiber von KI-Systemen, also an Firmen, die KI anbieten, und an Firmen, die sie einsetzen.

Ursprünglich mussten sie Maßnahmen ergreifen, um nach besten Kräften sicherzustellen, dass ihr Personal über ein ausreichendes Maß an KI-Kompetenz verfügt. KI-Kompetenz meint, dass dein Personal mit KI-Werkzeugen sachkundig umgehen kann.

Was sich im Juli 2026 geändert hat

Am 24. Juli 2026 ist im Amtsblatt die Verordnung (EU) 2026/1744 erschienen, der „Digital Omnibus“ zur KI. Sie ist seit dem 27. Juli 2026 in Kraft und hat Art. 4 geändert.

Die Pflicht lautet jetzt: Du ergreifst Maßnahmen, um die KI-Kompetenz zu fördern. Ein bestimmtes Niveau einzelner Personen musst du nicht garantieren. Kommission und Mitgliedstaaten sollen Anbieter und Betreiber dabei unterstützen.

Ein Entwurf vom November 2025 hätte die Pflicht auf Kommission und Mitgliedstaaten verlagert. Das wurde so nicht übernommen. Die Europäische Kommission schreibt in ihren FAQ zur KI-Kompetenz, sie bleibe eine Pflicht für Anbieter und Betreiber von KI-Systemen (im Original: „remains an obligation for providers and deployers of AI systems“).

Für Hochrisiko-KI-Systeme gelten eigene Pflichten, etwa zur menschlichen Aufsicht. Nach der geänderten Fassung von Art. 113 gelten sie erst ab dem 2. Dezember 2027 (Hochrisiko-Systeme nach Anhang III) und ab dem 2. August 2028 (nach Anhang I). Das ist eine eigene Kategorie der Verordnung. Setzt du ein solches System ein, lass das gesondert prüfen.

Wer betroffen ist

Betreiber ist, wer ein KI-System im Betrieb einsetzt. Dazu gehörst du, wenn dein Team Werkzeuge wie ChatGPT bei der Arbeit nutzt, auch wenn du selbst keine KI entwickelst. Sobald in deiner Firma KI-Werkzeuge im Einsatz sind, betrifft dich Art. 4.

Was nicht verlangt wird

Ein bestimmtes Niveau verlangt die Verordnung nicht. Die Kommission schreibt dazu in ihren FAQ: „no specific – or ‚sufficient‘ – level is mandated“. Es wird also weder ein bestimmtes noch ein „ausreichendes“ Niveau vorgeschrieben.

Ein Zertifikat ist ebenfalls nicht vorgeschrieben. Auch eine externe Schulung musst du nicht buchen: Die IHK Hannover hält fest, dass es keine Pflicht zu einer externen Schulung gibt.

Was du sinnvollerweise tust

Das Gesetz zählt keine Schritte auf. Diese vier sind ein praktischer Weg, etwas für die KI-Kompetenz deines Teams zu tun.

1. Überblick gewinnen. Schreib auf, welche KI-Werkzeuge in deiner Firma im Einsatz sind und wer sie nutzt. Frag dafür im Team nach, damit du nichts übersiehst.

2. Einfache Regeln aufstellen. Lege fest, was in ein KI-Werkzeug eingegeben werden darf und was nicht. Halte die Regeln kurz, damit sie jeder beim ersten Lesen versteht.

3. Schulen, passend zu Rollen und Werkzeugen. Die Sachbearbeiterin braucht andere Hinweise als der Vertrieb, und jedes Werkzeug hat seine eigenen Fallen. Richte die Schulung deshalb an dem aus, was dein Team tatsächlich nutzt. Ein Zertifikat ist dafür nicht nötig.

4. Schriftlich festhalten und auffrischen. Notiere, welche Maßnahmen du ergriffen hast: welche Regeln gelten und wer wann geschult wurde. Schau regelmäßig nach, ob neue Werkzeuge oder neue Kolleginnen und Kollegen dazugekommen sind, und frische die Schulung dann auf.

Häufige Missverständnisse

„Es gibt eine Schulungspflicht.“ Art. 4 verlangt Maßnahmen zur Förderung der KI-Kompetenz. Eine Schulung ist eine mögliche Maßnahme.

„Mit dem Digital Omnibus ist die Pflicht weg.“ Sie bleibt bestehen, nur ihr Inhalt hat sich geändert. Die Kommission nennt KI-Kompetenz weiterhin eine Pflicht für Anbieter und Betreiber.

„Jeder Mitarbeiter braucht ein Zertifikat.“ Ein Zertifikat ist nicht vorgeschrieben.

„Ich muss ein bestimmtes Niveau garantieren.“ Seit dem 27. Juli 2026 musst du das nicht mehr. Du ergreifst Maßnahmen zur Förderung der KI-Kompetenz.

„Das betrifft nur Firmen, die KI entwickeln.“ Auch Betreiber sind erfasst, also Firmen, die KI-Werkzeuge im Betrieb nutzen.

Wenn du Hilfe bei Schritt 3 willst

Wir machen einen halben Tag Schulung bei dir im Haus, für bis zu 12 Personen und zugeschnitten auf eure Werkzeuge, auf Wunsch mit Teilnahmebestätigung (kein Zertifikat). Mehr dazu steht auf der Seite KI-Schulung.

Mehr dazu: KI-Schulung

Quellen

Dieser Text ersetzt keine Rechtsberatung. Grundlage sind diese Quellen: